Zeig mir die Hauptstadt der Hethiter!

Archäologische und philologische Forschung ermöglicht einzigartige Einblicke in die Vergangenheit und ist von entscheidender Bedeutung für unser Verständnis von Geschichte und menschlichen Gesellschaften. Eine zentrale Herausforderung besteht jedoch darin, Forschungsergebnisse für ein breites Publikum verständlich, zugänglich und erlebbar zu machen. Hier setzt das an der JMU Würzburg angesiedelte und von der VolkswagenStiftung geförderte Projekt „Zeig mir die Hauptstadt der Hethiter!“ an. Mithilfe interaktiver Smartphone-Touren werden Besucher durch den Fundort Boğazköy-Ḫattuša geführt, der Hauptstadt des hethitischen Großreiches in der heutigen Türkei.

Die Touren sollen auf anschauliche Weise nicht nur aktuelle Forschungsergebnisse vermitteln, sondern auch die Perspektive der Menschen, die heute in Boğazkale leben und seit mehreren Generationen die Ausgrabungen begleiten. Zu diesem Zweck wurden im Sommer 2026 Interviews mit Bewohner:innen der Stadt sowie mit aktuellen und ehemaligen lokalen Grabungsmitarbeiter:innen durchgeführt. Die Interviews vermitteln persönliche Eindrücke von der Ausgrabung und offenbaren die ein oder andere Legende, die man sich auch heute noch über Ḫattuša erzählt. Auf dieser Grundlage entstehen derzeit Smartphone-Touren, die die Besucher:innen in anschaulicher Form durch die jahrtausendealte Geschichte der Ruinen der hethitischen Hauptstadt bis in die Gegenwart führen sollen.

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der Außenstelle Istanbul des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Schachner umgesetzt. Die technische Infrastruktur der Smartphone-Touren basiert auf dem ArchaeoTrail-System (www.archaeotrail.org), das gemeinsam mit dem Institut für Didaktik der Mathematik und der Informatik der Goethe-Universität Frankfurt (Prof. Dr. Matthias Ludwig) weiterentwickelt wurde.

Çevirmen: Emel Demirdizen

Emel Demirdizen beim Interview mit Serkan Durdemir, einem Mitarbeiter des Grabungsteams.
Emel Demirdizen, kazı ekibinden Serkan Durdemir ile röportaj yaparken.

(Foto: Archiv der Boğazköy-Grabung, DAI-Istanbul)